Bauphase I

Es gibt gute Neuigkeiten hier von uns in San Isidro, denn seit letztem Donnerstag sind wir tatsächlich am Bauen.

Wir konnten uns dann doch sehr schnell mit den Betreibern des gemeinnützigen Sportvereins Jovenes salven Jovenes einigen, auf ihrem Gelände unseren Skatepark zu bauen und haben dann am nächsten Tag direkt losgelegt. Als das Material, Bausteine, Beton, Erde, Stahl und so genannte Base, ein Sand/Kies-Gemisch, geliefert wurde, hatten wir schon die ersten Werkzeuge besorgt und/oder von Locals zusammengeschnorrt und konnten dann direkt loslegen, nachdem Diego, der Baggerfahrer unseres Vertrauens, die Erde halbwegs dorthin platziert hatte, wo wir sie haben wollten, damit wir uns nicht eine Woche lang tot buddeln und wertvolle Zeit verschwenden mussten.

Als erstes haben wir dann drei Tage lang die benötigten Rückwände für die Obstacles gemauert, wobei uns ein paar Skater sowie eine Hand voll Kids aus den benachbarten Barrios geholfen haben, die einen mehr, die anderen weniger. Die Kids sind auch sehr gut und ausdauernd darin, einem auf die Nerven zu gehen. Aber sie sind sich zu nichts zu schade und packen an, wo und so gut sie können. Nachdem wir uns anfangs noch Sorgen gemacht haben, dass wir den Park halbwegs erdbebensicher bauen müssen, was wir mit den uns zur Verfügung stehenden Mitteln nicht wirklich gewährleisten können, gab es dann den ultimativen Belastungstest in Form eines tatsächlichen Erdbebens Sonntagnacht, und zwar nicht zu knapp mit der Stärke 6 auf der Richterskala, kein Witz! Laut Einheimischen gab es solch ein heftiges Erdbeben die letzten 20 Jahre nicht und unsere Mauern haben es überlebt und stehen nach wie vor wie eine Eins. Der Vater von zwei der Kids, seines Zeichens Maurer, hatte uns am Wochenende schon bestätigt, dass unsere Mauern sehr gut geworden sind…

Morgen, Dienstag, gönnen wir uns nun einen Tag Strand in Dominical, denn wir sind jetzt alle schon seit zwei Wochen hier und haben außer San Isidro eigentlich noch nichts von Costa Rica gesehen. Mittwoch geht es dann weiter und wir bringen die letzte Erde in die gewünschten Formen, damit wir Ende der Woche die ersten Stahlmatten legen können. Das heißt noch mal reichlich schaufeln, vielleicht leisten wir uns auch noch mal Diegos Dienste für gut 17,- Euro die Stunde, nicht zu vergleichen mit deutschen Preisen. Spätestens am Wochenende könnte dann die erste Fläche betoniert werden, testweise erstmal selbst gemischt, denn wir haben noch gut 70 50-Kilo Säcke Beton vom Mauerbau übrig.

Soviel zum Stand der Baustelle, wir haben noch ca. fünf Wochen Zeit, den Park fertig zu kriegen und dementsprechend viel zu tun. Nächste Woche werden wir uns dann auch in den Vereinsräumlichkeiten einnisten und zwei Baustrahler besorgen, damit wir die Tage noch effektiver nutzen können, denn um halb Sieben ist es hier bereits stockdunkel. Essenstechnisch versorgt werden wir übrigens sehr gut und günstig direkt vor Ort im dazugehörigen Imbiss, ‚Soda’ auf Costaricanisch, von Mama Pinto und ihrem Mann Chencho, dem Hausmeister.

Ansonsten waren wir, wenn wir gerade mal nicht im Dreck gewühlt haben, natürlich auch schon ein paar Mal skaten, also im Dreck tanzen, was hier abends definitiv am besten geht, a) wegen der Hitze, und b) wegen des bunten Treibens auf den Straßen tagsüber. Dafür sind die Spots dann im Halbdunkeln natürlich noch schwieriger zu skaten als ohnehin schon, weil die Straßenbeleuchtung auch äußerst spärlich ist, aber man versucht halt, das Beste draus zu machen. Das ein oder andere Mal feiern waren wir auch schon, aber da jetzt ins Detail zu gehen, würde sicher nur langweilen, ist im Endeffekt wie zu Hause.
Wer jetzt noch mehr lesen möchte, kann sich dann gerne noch den Blog von unserem fleißigen Gehilfen Henrik vornehmen, http:://henrikohned.wordpress.com , der uns stetig begleitet und hilft, da erfahrt ihr seine Sicht über die Lage hier vor Ort. Wir melden uns dann bald wieder auf diesem Kanal mit den neusten Neuigkeiten. Pura Vida!

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