Jungenkinderheim "Hogar ama"

Seit beginn meiner Zeit hier in Costa Rica gehen wir einmal woechentlich in das Jungenkinderheim Hogar ama um mit den Kindern im Alter zwischen 6 und 10 Jahren zu skaten und Zeit zu verbringen.

Jeden Donnerstagvormittag von 10 bis 11 Uhr gehen Ricardo und ich mit unseren Boards sowie zwei Projektboards zu den Kids. Die vergangenen Wochen hatten wir meist Verstaerkung von zwei Skatern aus dem Park. Da freuen sich die Kids nicht nur ueber mehr Boards, sie bekommen auch mehr Aufmerksamkeit und den Jungs aus dem Projekt bereitet dieser Besuch eine Menge Spass. Mal selber fuer eine Stunde nicht auf dem Brett stehen, sondern seine Faehigkeiten an die vielleicht zukuenftigen Skater aus P.Z. zu vermitteln.

Ich freue mich jeden Donnerstag, da die Kinder sehr motiviert sind Skateboardfahren zu lernen. So gibt es morgens erstmal eine kurze, herzliche Begruessung der Kinder und im naechsten Moment schnappen sie sich schon die Boards und skaten runter zum betonierten und gluecklicherweise ueberdachten Sportplatz, denn die Regenzeit geht nun langsam wieder los.

Meist sind ca. zehn Kinder da, die sich die Boards teilen. Am Anfang ist es vielen Kindern schwer gefallen, nur auf dem Board zu stehen. Nach ein paar Stunden haben alle Kinder grosse Forschritte gemacht. Es ist erstaulich zu beobachten, wie die Kids von Mal zu Mal mehr Boardkontrolle bekommen. Skateboarding ist ein Sport, der viel Koerpergefuehl und Balance fordert, nach fast einem Jahr kann ich nun sagen, dass alle Kinder, die die Stunde wahrnehmen, pushen koennen und gemeinsam viel Spass daran haben ihre Faehigkeiten auszubauen.

Die Kids haben in der Zeit nicht nur ein gutes Gefuehl zum Fortbewegen auf dem Board bekommen, einige Kinder haben auch den klassischen Anfaenger-Trick »Olli« gelernt.

Anfangs gab es viele Streitereien um die Boards, da es in der Regel mehr Kinder als Boards gibt. Mittlerweile sind auch da alle einen Schritt weiter, es wird sich am Anfang in kleinen Gruppen gesammelt und dann wird das Board immer getauscht.

Nachdem wir mehrere Wochen in das Kinderheim gegangen sind, die Kinder kennen gelernt haben und einen vertrauten Umgang aufgebaut haben, sind wir zu dem Entschluss gekommen den Direktor des Kinderheims um Erlaubnis zu fragen, einige Kinder am Wochenende fuer ein paar Stunden zum Skatepark mitzunehmen, um ihnen die Chance zu geben, den Park auf dem Board zu erkunden. Wir holen die Kinder nun ungefähr einmal im Monat Samstag vormittags aus dem Heim ab und gehen gemeinsam zum Park, was bisher fuer die Jungs immmer eine grosse Sache war. Nicht nur, um sich selbst mal in den Rampen ausprobieren zu koennen, sondern auch um andere Skater zu sehen und zu entdecken, was mit so einem Skateboard alles moeglich ist.

Im vergangenen Monat haben wir hier im Park einen Contest organisiert. Zu der Zeit hatten wir vor Ort Verstaerkung von Johannes, einem Kurzzeitfreiwilligen. Er hat die Kinder vor Beginn abgeholt, um ihnen die Moeglichkeit zu geben, bei einem Contest zuzuschauen.

Die Kids fanden den Tag aufregend und haben schnell Kontakt zu den lokalen Nachwuchsskatern geschlossen. Es waere mir eine grosse Freude, mit den Kids zusammen zu arbeiten, wenn sie erneut in einer Familie hier in Perez wohnen. Ich bin mir sicher, dass einige von ihnen diese Chance wahrnehmen würden. Am Donnerstag geht es, nun nach meinem Urlaub, das erste mal seit 3 Wochen wieder zu den kleinen Jungs. Ich freue mich riesig darauf. Der ein oder andere hat bestimmt fleissig geuebt, da Linda und Johannes, Kurzzeitfreiwillige, ihre Boards an das Kinderheim gespendet haben. Nun haben sie auch unter der Woche – ohne uns- die Chance zu skaten.

Pura Vida Miriam

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