Lomo Workshop

Wir – eine Gruppe von Studenten – haben es uns im Rahmen unseres Master-Projektes an der FH Salzburg zur Aufgabe gemacht, mit diesen Kindern mediale Workshops abzuhalten. Dazu gehörte unter anderem die Umsetzung eines Fotografie-Workshops. Lomography war im Vorfeld so begeistert von unserem Vorhaben, dass sie uns mit 10 Kameras aus ihrem Sortiment, einem riesigen Haufen Filme und einem Smartphone-Scanner unterstützten.

Die Kids am Park waren uns gegenüber sehr offen, so konnten wir nach unserer Eingewohnungszeit vor Ort direkt mit dem geplanten Lomography-Workshop starten. Da wir die meisten Jugendlichen überwiegend vom Skatepark kannten, interessierte uns ihr Leben außerhalb ihrer liebsten Freizeitgestaltungsmöglichkeit sehr. Deshalb kamen wir zu der Idee, sie 24 Stunden ihres Lebens auf 36 Negative festhalten zu lassen. Die Kameras baten sich deshalb gut an, da sich die Kinder auf die kreative Gestaltung konzentrieren konnten und die technische Bedienung eher im Hintergrund stand. Sie sollten Freude an der Fotografie entwickeln und ihre individuelle Sicht auf die Welt kennen lernen.

Nachdem wir die Kids über unser Vorhaben informiert hatten, war der Andrang groß. Wir führten eine Liste mit Teilnehmern, da wir jedem Jugendlichen eine eigene Kamera zur Verfügung stellen wollten. Zu diesem Zeitpunkt durften die Klassenzimmer am Skatepark noch nicht benutzen. Deshalb hielten wir den Workshop in der Cancha – dem überdachten Fußballfeld neben dem Skatepark ab. Die beiden neuen Freiwilligen Marco und Miriam sind in dieser Woche zu uns gestoßen. Wir verstanden uns von Anhieb sehr gut und sie unterstützten uns tatkräftig bei der Organisation und Dokumentation während des Workshops. Nachdem wir die Vergabe der einzelnen Kameras ausgelost hatten, zeigten wir den Kids am einige Beispielbilder zu ihren Kameras und legten gemeinsam die Filme ein. Wir erklärten ihnen die Funktionen und unter welchen Bedingungen sie gute Ergebnisse erhalten. Alle zeigten sich alle sehr interessiert und konnten es kaum bis zum Ende unserer Einführung erwarten. Jeder wollte loslegen. Und natürlich entstanden sofort viele Bilder am Skatepark, bei ihrer Lieblingsbeschäftigung. Wir nutzten diese Gelegenheit noch, um die ein oder andere Frage zur Funktion der Kameras zu beantworten und gaben Tips.

24 Stunden später trafen wir uns mit ihnen wieder am Skatepark um die Kameras mit den belichteten Filmen einzusammeln. Zu unserem Erstaunen waren trotz strömendem Regen alle Kids pünktlich da. Sie warteten bereits auf uns um die Kameras zurück zu geben. Wir kannten die Kinder erst kurz und manche sahen wir beim Workshop zum ersten mal. So hatten wir im Vorfeld Bedenken, ob wir alle Kameras wieder heil zurück bekommen. Doch dieser Moment hat unser Vertrauen zu den Jugendlichen maßgeblich gestärkt und geprägt. Wir trafen auf erfreute Gesichert, die von ihren tollsten oder lustigsten Aufnahmen berichteten und auf die Ergebnisse gespannt waren.

Ein Fotoladen in San Isidro gab uns auf Nachfrage Rabatt bei der Entwicklung der Negative, um unsere Arbeit mit den Kids zu unterstützen. Insgesamt entstanden viele spannende Motive, die uns Details aus dem Alltag der Jugendlichen erahnen und Geschichten dazu spinnen lassen. Natürlich wurden auch viele Bilder direkt am Skatepark geschossen, da dieser einen wichtigen Bestandteil in ihren Leben einnimmt. Die entstandenen Bilder zeigten wir zusammen mit den Ergebnissen der anderen Workshops bei unserer letzten Reunion in den Klassenräumen und gaben jedem Teilnehmer eine Auswahl seiner gelungensten Shots zusammen mit einem Portrait von sich.

Bevor wir abreisten, haben wir die Kameras, die übrigen Filme und den Filmscanner dem Projekt überlassen, damit sie künftig von anderen Freiwilligen weiter für Workshops genutzt werden können.

Wir bedanken uns herzlich bei Lomography für die Spende und damit für die Möglichkeit, den Kindern Werkzeuge zur künstlerischen Entfaltung überlassen zu können.

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