Willkommen zurück im Paradies

Endlich angekommen in Costa Rica! Direkt beim rauslaufen aus dem Flughafen spüre ich diese warme feuchte dreckige Luft auf meiner Haut und weiß, ich bin in San José!

Ich habe mich direkt um mein Visum gekümmert und meine Freunde in San José besucht um auf den neusten Stand zu kommen. Es gab natürlich gleich den ersten Kulturschock in der Migrationsbehörde, weil die Behörden hier so anders arbeiten, als in Deutschland. Aber gut. Abgehackt und erledigt, ich habe mein Visum für ein Jahr! Dann habe ich noch das Paket mit all den Skateboards, Klamotten, Schuhen, Wheels, Achsen und was man sonst noch so zum skaten braucht vom Zoll in San José abgeholt. Hat viel zu viel Geld gekostet und war auch ein einziges Hin und Her mit unglaublich viel Stress verbunden, aber auch das habe ich hinbekommen. Vielen Dank nochmal an alle Menschen in Deutschland, die gespendet haben und unser Projekt damit sehr unterstützen! Und ein riesengroßes Dankeschön an skate-aid für die jahrelange Unterstützung und das zur Seite stehen bei allen Problemen und Notlagen!

Nachdem ich zwei Wochen wegen diesen Dingen in San José verbracht hatte, konnte ich endlich nach Perez Zeledon, San Isidro, zu meinem Projekt und all den Freunden, die ich so sehr vermisst hatte. Es war ein wundervolles Wiedersehen! Ich hatte schon nach wenigen Stunden das Gefühl, als wäre ich nie weg gewesen. Es ist mein zweites zu Hause.

Und ich hab mich auch direkt an die Arbeit gemacht. Es gibt eine Menge zu tun hier. Als erstes habe ich alle zu einer Reunion zusammengerufen und wir haben über Wünsche, Pläne, Workshops, Sprachunterricht und Zukunftspläne geredet. Ich bin voll motiviert und kann die Jungs am Skatepark mit meiner Motivation anstecken. Ich fühle mich hier sehr wohl, obwohl das Leben hier aufgrund der Kulturunterschiede nicht gerade sehr einfach ist und auch der Aspekt, dass ich hier als Frau alleine lebe und dieses Projekt leite, bringt nicht von allen Respekt für meine Person entgegen. Aber ich bin glücklich und mein Leben hier ist sehr intensiv. Ich genieße jeden Tag und jeder Tag ist anders. Nicht oft in meinem Leben, vielleicht sogar niemals zuvor habe ich mich einer solchen Aufgabe gestellt und die Arbeit hier füllt mich aus und fordert mich. Ich habe nicht jeden Tag das Gefühl, ihr gewachsen zu sein, aber gerade das reizt mich und gibt mir Kraft. Auch meine wenigen wahren Freunde hier unterstützen mich, wo sie können und zusammen meistern wir die kulturellen und kommunikativen Probleme.

Ich unterrichte drei verschiedene Englischklassen, Kinder bis 10 Jahre, Grundlagen und Fortgeschrittene, desweiteren gibt es eine Deutschklasse Grundlagen. Zusammen mit Jungs aus Perez Zeledon geben wir Workshops. Wir machen Schmuck und Accessoires aus Skateboards, aus den verschiedensten Teilen des Skateboards. Ein anderer Workshop ist Parkour, den Vassilij unterrichtet, ein Holz-Workshop mit Diego, bei dem die Kinder und Jugendlichen lernen, wie man mit Holz arbeitet und es verziert. Jeden Samstag unterrichtet Nona die Kinder im skaten. All diese Workshops und Sprachklassen sind permanent und finden jede Woche statt. Und einmal in der Woche gehen wir alle zusammen zum Hogar ama, um mit den Kindern dort eine Stunde lang zu skaten, spielen, basteln oder einfach nur zu reden. Die Kinder, die in dieser Einrichtung leben, haben meist drogenabhängige Eltern oder wurden von ihrer Familie verstoßen.

Die letzten Wochen waren wir alle sehr damit beschäftigt unseren Skatepark neu zu gestalten und anzumalen. Und unserer Freiwilliger Christian Tegge hat zusammen mit den Jugendlichen den ersten und einzigen Fingerboarding Skatepark Costa Ricas neben den Pura Vida Skatepark gebaut. Auch das war viel Arbeit, die er ohne die Hilfe der Skater nicht in so kurzer Zeit realisiert hätte.

Ich fühle mich sehr angekommen, als wäre ich nie weg gewesen und bin sehr froh darüber so intensiv im Projekt arbeiten zu können!

Ich halte euch auf dem Laufenden!
Danke an skate-aid!

PURA VIDA!

Luie

Trage dich in unsere Mailingliste ein

* Erforderliche Angaben